Trabi Discovery

In unserer eigenen Serie "Trabi Discovery" findet sich Spektakuläres, Nostalgisches und Wissenswertes über das Kultauto Trabant. Die aktuellsten Episoden erscheinen jeweils monatlich in unserem Newsletter. 

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► Trabi Discovery: Episode P 601#1

Ein Kleinwagen mit folgenden Charakteristika soll "dem Mangel an Autos aus volkseigener Produktion abhelfen".


Zwei Haupt- und zwei Nebensitze, 600kg Maximalgewicht, 5.5l/ 100km Kraftstoffverbrauch, Preis 4.000 M ab Werk, Verwendung von Kunststoff für die Karosserie u.a. heißt es in dem Beschluss 36/53 vom Präsidium des Ministerrats der DDR am 14. Januar 1954 an den Minister für Maschinenbau, und die eigentliche Geschichte des Trabants beginnt...


► Trabi Discovery: Episode P 601#2

Es sollte noch mehr als vier Jahre dauern, bis der im Ministerratsbeschluss des Jahres 1954 genannte "P50" (P=Personenwagen, 50=500 ccm Hubraum) erschien.

Von November 1957 (Nullserie) bis April 1991 wurden insgesamt fast 3,1 Millionen (3.096.099) Fahrzeuge der Trabant-Baureihe (P50, P60, P601, P1.1) produziert.

Der bekannteste und am längsten produzierte Trabant Typ P601 lief von Juni 1964 bis zum 25.07.1990 mit einer Gesamtproduktionszahl von ca. 2,8 Millionen (2.818.547) Stück von den Bändern des VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, DDR.

[Quellen: www.jhk1.de; www.trabant-original.de; www.wikipedia.de]


► Trabi Discovery: Episode P 601#3

Schnell merkten die anvertrauten Ingenieure, dass die Vorgaben für diesen „P50“ aus dem Ministerratsbeschluss nur über einen Zwischentyp zu erreichen waren.

Eine sehr bescheidene Grundstoffindustrie in der DDR (abgeschnitten von den traditionellen deutschen Stahlrevieren, z.B. das Ruhrgebiet), sowie der Mangel an Tiefziehblechen für den Karosseriebau, die unter ein Handelsembargo der westlichen Staaten gegen die DDR fielen, erschwerten die Bedingungen für einen (Nachkriegs-)Neustart im Automobilbau in der DDR in besonderem Maße.

Als Ersatz für Karosseriebleche war für den Kleinwagen P50 also von vornherein eine Kunststoffkarosserie vorgesehen.[Quellen: www.jhk1.de; www.ifa-trabant.de; www.wikipedia.de]


► Trabi Discovery: Episode P 601#4

Im Jahre 1954, zum Zeitpunkt der Geburt der Idee, einen Kleinwagen mit einer Kunststoffkarosserie zu bauen, waren weder Fahrzeugkonstruktionen noch Produktionseinrichtungen vorhanden.

Daher wurde der in den Jahren 1949-1955 gebaute IFA F8 (Weiterentwicklung des fast baugleichen DKW F8) mit dem bereits 1951 verbauten neuen Kunststoff als Vorlage genommen.

Die Umstellung war deshalb so schnell möglich, weil der IFA F8 eine Karosserie mit Holzgerippe hatte. Somit konnten die erforderlichen Produktionsmittel im einstigen Audi-Werk Zwickau (dann: Automobilwerk Zwickau (AWZ)) selbst hergestellt werden.

Diesem Zwischentyp gab man also die Bezeichnung AWZ P70 „Zwickau“ bzw. ab 1958 Sachsenring P70.

Der P70 wurde größtenteils mit modifizierter Technik des IFA F8 ausgestattet. Das Karosseriegerippe bestand überwiegend aus Holz; die Karosserieteile wurden ausschließlich aus Duroplast gefertigt.                                                                                                                                                                                                                                             [Quellen: www.jhk1.de; www.ifa-trabant.de; www.wikipedia.de]


► Trabi Discovery: Episode P 601#5

Ab 1956 widmete man sich beim Automobilwerk Zwickau (AWZ) der Konstruktion des P50. Mit fünf Versuchswagen wurden Testfahrten über mehrere 100.000 Kilometer gemacht.
1957 haben sie an der Internationalen Rallye Wartburg teilgenommen.

Die Serienproduktion begann ab 1958. Auf einen profilierten Plattformrahmen war ein Karosseriegerippe aus Stahl geschweißt und darauf die Duroplastteile montiert worden.
Der P 50 hatte zunächst einen 18 PS starken luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 500 ccm Hubraum. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 90 km/h.

[Quellen: www.ifa-trabant.de; www.epoche-3.de; www.trabi-museum.com]

Das Trabi Museum Berlin heißt Sie willkommen, in die Geschichte des Trabant einzutauchen. Neben dem P50 gibt es zahlreiche andere Trabant-Typen zu entdecken.


► Trabi Discovery: Episode P 601#6

1959 erhielt der P50 einen stärkeren Motor mit 20 PS Leistung (P50/1). Dieser Motor, der durch Luft gekühlt wurde, beschleunigte das Fahrzeug auf eine Geschwindigkeit von bis zu 95 km/h.
Das Antriebsaggregat wurde von den Barkas-Werken Karl-Marx-Stadt geliefert. Das Getriebe war unsynchronisiert und mit 4 Gängen ausgestattet.

Ab 1960 wurde eine Kombiversion des P50 (siehe Bild) mit seitlich zu öffnender Heckklappe in Serie gefertigt.
Diesen Kombi gab es auch als Modell Camping mit Liegesitzen und Faltschiebedach sowie in Kleinserie auch als Lieferwagen mit 2 Vordersitzen, großer Ladefläche und verschlossenen Seitenfenstern.

1962 bis zur Produktionseinstellung im Oktober 1962 wurde der P50 mit einem synchronisierten Vierganggetriebe geliefert (P50/2).                                                                                                                                         [Quellen: www.ifa-trabant.de; www.epoche-3.de; www.motoburg.com; www.trabi-museum.com]


► Trabi Discovery: Episode P 601#7

Der Motor brauchte weniger Schmiermittel im Treibstoffgemisch und das Getriebe wurde synchronisiert. Mit diesen Weiterentwicklungen wurde 1959 aus dem P50 der Trabant 500.

Den Namen "Trabant" erhielt der Kleinwagen P50 erst nach Produktionsbeginn (1958). Er war das Ergebnis einer Wettbewerbsausschreibung und stand für "Begleiter des Menschen" und „Weggefährte“, ebenso wie das russische Wort Sputnik. Etwa zeitgleich läutete die Sowjetunion mit dem Start des Satelliten Sputnik 1 das Zeitalter der Raumfahrt ein.

Bis 1958 trugen die Modelle noch die Bezeichnung AWZ Trabant P50 (AWZ=VEB Automobilwerk Zwickau); danach wurden sie dann Sachsenring Trabant P50 genannt.

Im DDR-Sprachgebrauch wurde der Trabant meist Trabi genannt.                                                                          
[Quellen: www.wikipedia.de; www.epoche-3.de; www.kues.de / Foto: Projekt Trabant nt; www.trabi-museum.com]


► Trabi Discovery: Episode P 601#8

Die Serienproduktion des P60 lief im Oktober 1962 an, und löste somit den P50 ab.
Der P60 unterschied sich hauptsächlich durch einen auf 600 ccm Hubraum vergrößerten Motor mit nunmehr 23 PS, wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/ h anstieg.

Die Modellvarianten (Limousine, Kombi, Camping, Lieferwagen) waren die gleichen wie beim P50.

Der P60 ist im Trabi Museum Berlin eins von vielen, mitunter auch besonders ausgefallenen, Exemplaren des legendären Gefährts.  

[Quellen: www.epoche-3.de; www.trabi-museum.com]


► Trabi Discovery: Episode P 601#9

Was bedeutet eigentlich das Zeichen an der Fahrzeugfront?

Das geschwungene "S" steht für Sachsenring.

Um die angestrebten Produktionszahlen des neuen Volksautomobils Trabant erreichen zu können, wurden auf Beschluss des SED-Ministerrates am 1. Mai 1958 der VEB AWZ (Volkseigener Betrieb Automobilwerk Zwickau) und der VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerke zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vereinigt.

Im Werk 1 (ehem. Sachsenring) wurden von nun an die Bodengruppe und das Stahlskelett sowie die Getriebe des Trabant gefertigt. Im Werk 2 + 3 (ehem. AWZ) erfolgte die Fertigung der Duroplast-Karosserie und die Endmontage.

Bis zu seinen ersten Metern aus eigener Kraft wurde der Trabant auf Tiefladern mehrere Kilometer zwischen den Werken 1, 2 und 3 hin- und hergefahren.

Der Sachsenring ist zudem eine der traditionsreichsten Rennstrecken Deutschlands.                                           [Quellen: www.wikipedia.de; www.logos.wikia.com; www.trabi-museum.com]


► Trabi Discovery: Episode P 601#10

In den Jahren nach 1962 gelang es den Zwickauer Autobauern, die Produktion stetig zu steigern und auch die Weiterentwicklung des Fahrzeugs voranzutreiben.

Wie einst schon der P70, wurde auch der P601 hinter verschlossenen Türen, und ohne Genehmigung der DDR-Regierung, entwickelt.
Die entscheidende Verbesserung sollte in der Form und im größeren Innenraum liegen.

Für den P601 galt: Es müssen so viel wie möglich Fertigungseinrichtungen aus der Produktion des P60 wieder verwendet werden.
Da es für neue Presswerkzeuge kein Geld von den staatlichen Planorganen gab, blieb diese Form nun über zwei Jahrzehnte, bis zur Einstellung der Produktion 1991, konstant.                                                             [Quellen:www.derzwickauer.de; www.wikipedia.de; www.trabi-museum.com; DVD "Trabant-Ein Auto für eine Mark"]

...Fortsetzung folgt...


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